Review Bad Santa 2

 

Review Bad Santa 2

13 Jahre hat es gedauert bis zur Neuauflage von „Bad Santa“, der durchaus bei dem einen oder anderen Kinobesucher für Begeisterungsstürze, ob der absurden Santa-Kind-Beziehungen, gesorgt hatte.

Die neue Version startet vielversprechend und Willie (Billy Bob Thornton) verliert seinen Job als Parkplatzeinweiser. Einsam, betrunken und pleite, schreibt er eine Suizidnachricht auf eine Pizzapackung und steckt seinen Kopf in den Ofen. Schön wäre es gewesen, wenn der Film danach endet, aber das tut es nicht und selbstverständlich scheitert er mit seinem Selbstmordversuch. Fortan fällt die Neuauflage, von Regisseur Mark Waters, stetig ab und umkreist die Fragen: „Ob Bad Santa vielleicht gar nicht so böse ist?“ und „Was wenn er eine Mutter hat, deren Benehmen mindestens so schlimm wie das seine ist und sie die Wurzel allen Übels ist?“

Der Wiedervereinigung mit dem, inzwischen 21-jährigen Thurman Merman (Brett Kelly) – dem er verspricht seine Entjungferung in die Wege zu leiten, unter zu Hilfenahme einer Prostituierten (Olivia Spencer) – folgt das Angebot seines ehemaligen Partners Marcus (Tony Cox) für einen potenziellen Raubzug in Chicago. Ihr Ziel ist der Wohltätigkeitslauf von Diane (Christina Hendricks) und ihrem korrupten Ehemann, der sich einen Großteil der Einnahmen in die eigene Tasche steckt. Ihr Team wird zu Willie’s Überraschung mit seiner Mutter Sunny Soke (Kathy Bates) komplettiert, die sich getarnt in das Hauptquartier der Organisation einschleust.
Diane wird fortan natürlich, ganz Bad Santa, zum Dreh- und Angelpunkt von Willies schlüpfrigen Avancen, denn auch in „Bad Santa 2“ darf der Sex nicht zu kurz kommen.

Was bleibt zu sagen?

Auf der Suche nach einem Novum bei „Bad Santa 2“, bleibt der einzig wirkliche Hoffnungsschimmer Kathy Bates. Aber auch ihr brillantes Spiel und der Versuch sie mit Tattoos und Punkerschmuck zu bepflastern, können dem uninspirierten Skript nicht wirklich weiter helfen. Nicht einmal kopierte Szenen der Erstauflage schaffen es, an die erfrischende Garstigkeit der Erstauflage heranzukommen und der Film plätschert in einem weihnachtlichen Gefühlsüberfluss vor sich hin.

 

Review Bad Moms

 

Review – Bad Moms

Mit „Bad Moms“ widmen sich die Autoren von „Hang Over“, Jon Lucas und Scott Moore, dem weiblichen Pendant des schlechten Benehmens und der stimmigen leichten Unterhaltung.

Hautprotagonistin Amy (Mila Kunis), eine 32 jährige attraktive Mutter zweier Kinder ist von ihrem Alltag überfordert. Ein wenig hilfreicher Internet-Sex affiner Ehemann, ihr Teilzeitjob, die täglichen Pflichten einer Mutter zwischen Einkäufen, Mahlzeitenzubereitung, Transportunternehmen zu deren Freizeitbeschäftigungen & Treffen der „Fürsorglichen Mütter“ und ihr wenig hilfreicher Glaube in allem nicht gut genug zu sein, bringen das Fass im ersten Teil des Filmes zum Überlaufen.
Und so explodiert die Vorzeige-Mutter Amy nach einem katastrophalen Tag auf einem Treffen der „Fürsorglichen Mütter“, deren wenig begeisterte spießige Schirmherrin und Übermutter Gwendolyn James(Christina Applegate) ist. Sie hat genug von der Jagd nach dem perfekten veganen Keksrezept.

Am selben Abend findet sich Amy in einer Kneipe wieder, in der sie auf die neurotische vierfach Mutter Kiki (Kristen Bell) und die geschiedene und stets aufgemotzte Faulenzerin Carla (Kathryn Hahn) trifft. Im Zuge ihres Trinkgelages gründen die frustrierten Mütter, den Club der „Bad Moms“, in dem schlechtes Benehmen auf der Tagesordnung steht und Regeln gemacht werden, um sie zu brechen. Von nun an ziehen Spaß, Freiheit, sowie eine gehörige Portion Egoismus in die Leben der Mütter ein und finden ihren Höhepunkt im „Battle of the Moms“, kurz bevor den Autoren/ Regisseuren die Geschichte komplett ins Lächerliche entgleitet.

„Bad Moms“ ist ein leicht verdaulicher Spaß, bestens geeignet für einen geselligen Abend mit Freundinnen – frustrierte Mütter bevorzugt – und besticht durch die Chemie der drei Freundinnen Amy, Kiki und Carla. Besonders die schauspielerische Leistung Hahn’s ist hier hervorzuheben, deren perfekt getimte Gags und Pausen, die Situationen oftmals ad absurdum führen. Es sind nicht die obszönen Entgleisungen der drei – die jedoch zweifelsohne für Lacher sorgen – sondern das Band ihrer Freundschaft, das den Film ausmacht. Weg vom Alltag und den Erwartungen an sich und von anderen, haben sie einfach eine gute Zeit und finden den Menschen hinter den konventionellen Pflichten wieder.

 

Der Film Burg Schreckenstein

 

Der Kinder-Abenteuerfilm „Burg Schreckenstein“ basiert auf der gleichnamigen Romanreihe von Oliver Hassencamp. Er greift verschiedene Episoden aus den 27 Bänden auf und wurde in die Gegenwart versetzt. So können Computer, Handys und Drohnen zum Einsatz kommen und machen den Film sowohl für die Kinder der heutigen Zeit als auch für deren Eltern, die die Bücher in ihrer Jugend gelesen haben, interessant.

Aufgrund Stephans schlechter Schulnoten entscheidet seine Mutter Melanie, den elfjährigen Sohn auf das Internat eines alten Freundes zu schicken. Diese Idee erscheint dem Jungen zunächst als der blanke Horror und er lehnt die besondere Kleiderordnung und die strengen Regeln komplett ab.
Recht schnell wird das Internatsleben allerdings ein großes, unterhaltsames Abenteuer für ihn denn eine Schule auf einer alten Ritterburg mit Geheimgängen, Verliesen und Folterkammer hat natürlich ihren Reiz. Um in die Internatsgemeinschaft aufgenommen zu werden, muss sich jeder neue Schüler durch Mutproben bewähren. Stephan findet bald Anschluss an die Bande der „Schreckies“. Diese Clique vertreibt sich die Zeit mit dem Ausdenken und Ausführen lustiger und einfallsreicher Streiche. Hauptziel ihrer Attacken ist das benachbarte Rosenfels-Internat für Mädchen, deren Bewohnerinnen wiederum mit ausgeklügelten Gegenstreichen antworten. Der etwas schrullige Burgherr Graf von Schreckenstein interessiert sich ausschließlich für seinen Plan, mit einem Heißluftballon in die Luft zu gehen und auch der Institutsleiter, Direktor Rex, sieht dem Treiben der Schüler relativ gelassen zu. Dagegen legt die Rektorin der Mädchenschule viel Wert auf Disziplin und Ordnung und macht so ihren Schülerinnen das Leben schwer.

Eines Tages geht ein Streich total daneben und hat zur Folge, dass die Mädchen und ihre strenge Leiterin auf Burg Schreckenstein einziehen müssen. Anfangs absolut undenkbar für die Jungen, bis ein gemeinsames Burgfest geplant wird und die Neuzeitritter Stephan, Ottokar, Mücke und Dampfwalze entscheiden müssen, ob sie den jahrelangen Streit weiterführen oder Frieden schließen möchten.

Der Charme der Originalgeschichten bleibt auch in den Abenteuern der heutigen Zeit erhalten und die Botschaft, dass aus Feindschaft Freundschaft werden kann wenn man zusammenhält, kommt an. Jungen und Mädchen zwischen 8 und 11 Jahren werden beim Angucken des Films viel Spaß haben.

Café Society

Café Society

 

Mit Cafe Society, einer US amerikanischen Filmkomödie wird das diesjährige die das französische Festival in Cannes eröffnete. Woody Allen reflektiert als Regisseur
übr das Älter werden und die nutzlosen familiären Beziehungen, die dieses Älter werden schmerzlich machen.

Woody Allen gilt als exzentrisch und höchst produktiv. Von klassischen New Yorker Komödien wie Manhattan und Hannah und Her Sisters bis hin zu stilvollen Londoner Verbrechersyndikaten wie in Match Point nahm Woody Allen bisher etwa 600 Millionen Dollar ein.

Ende der 1930er: Bobby (Jesse Eisenberg) wächst in der schroffen Bronx auf, fühlt sich aber der Glitzerwelt Hollywoods näher. Seine familiären Verbindungen ermöglichen ihm einige Gagen in der Traumfabrik und sorgt für ein üppiges Gastmahl mit Fred Astaire und Gary Cooper.

“Es war eine dieser glamouröse Phasen in Kalifornien”, sagt Woody Allen über seine Idee. “Sie sahen dort über den Mocambo und gingen in die Cocoanut Grove und Ciro’s und alle die dachten, sie seien Filmstars mußten nachts ausgehen, denn es war wichtig in New York nur in der Zeitung neben Sozialisten, Politiker und Gangster zu stehen.”

Zurück in New York wird Phil Teilhaber an dem Geschäft seines Bruders Ben und beide leiten nun den Nachtclub, einem der Szenetreffen in New York. Als die New Yorker Polizei gegen ihn ermittelt wird Ben schließlich verhaftet und auf dem elektrischen Stuhl wegen Mordes hingerichtet.

Bobby übernimmt darauf hin den den Nachtclub, der sich ohne die Skandale um seinen Bruder nun noch besser entwickelt.

Sarkastisch-ironische Dialoge, eleganter Jazzscore, Romantik und amouröse Verwicklungen in edlem Setdesign sind in diesem Film in vollen Farben zu sehen – auch mit der romantischen Tragikomödie „Café Society“ ist Woody Allen wieder einmal ein traditionelles Epos gelungen.

Ironischerweise ist der Film aber für eine Deal mit dem Internetriesen Amazon inzwischen in den Medien bekannt. Das Unternehmen kaufte nicht nur Cafe Society für 15 Millionen Dollar sondern auch Allens erste Streaming-TV-Komödie.

 

Bridget Jones’ Baby

 

Bridget Jones ist endlich wieder da. 12 Jahre nach dem letzten Film Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns ist die beliebte chaotische Filmheldin endlich wieder auf der Leinwand zu sehen und begeistert die Fans und Kritiker. Die Premiere war am 5. September 2016 und am 20. Oktober desselben Jahres lief der Film in den deutschen Kinos.

Im Film feiert die sympathisch Protagonistin ihren 43. Geburtstag und wird von ihrer Mutter mit dem schönen Satz geweckt, dass ihre biologische Uhr tickt. Doch Bridget geht es gar nicht mal schlecht. Nach ihrer Trennung von Mark Darcy blüht sie karrieretechnisch geradezu auf und genießt ihr Singleleben.

Bei der Beerdigung ihrer ehemaligen Affäre Daniel Cleavers trifft Bridget auf Mark und seine Frau was in einer peinlichen Unterhaltung endet. Kurz darauf besucht sie ein Festival, wo sie den Millionär Jack kennen lernt. Sie verknallt sich und hat einen One Night Stand mit ihm. Sie glaubt, dass er kein Interesse an ihr hat und verlässt das gemeinsame Zelt und das Festival.

Kurz darauf trifft Bridget dann schon wieder Mark, denn ihr gemeinsames Patenkind wird getauft. Er berichtet ihr von seinen Scheidungsplänen woraufhin sie miteinander schlafen. Der geneigte Zuschauer wird an dieser Stelle schon erkennen worauf das anlässlich des Titels nun hinauslaufen wird.Auch Mark wird von Bridget verlassen, denn er hat seiner Arbeit schon immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt als ihr.

Es kommt wie es kommen musste und Bridget stellt kurz darauf ihre Schwangerschaft fest. Nun ist die Frage: Wer ist der Vater, Jack oder Mark? Sie will das Baby auf jeden Fall behalten, da es aufgrund ihres Alters die letzte Schwangerschaft sein könnte.

Wer Bridget Jones mag wird auch diesen Film wieder lieben. Die Kultblondine überzeugt wieder mit ihrem bekannten Charme. Ob sie ihren Mister Darcy am Ende bekommt? Da hilft nur den Film zu sehen.

Die Produktion von Lehrfilmen für Fahrschulen und Berufsausbildungsstätten

Jeder kennt sie aus dem Unterricht, der Fahrschule, oder hat sie in der Ausbildung gesehen: Lehrfilme. Während die meisten sich wohl einig sind, dass Lehrfilme anspruchslose Bewegtbildproduktionen sind, die lediglich auf inhaltlicher Ebene Qualität mit sich bringen, muss ich anmerken, dass ich während meiner Berufsausbildung in einer ReHa-Klink durchaus Filme gesehen habe, die produktionstechnisch anspruchsvoll gemacht waren.

Die Sache mit den Lehrfilmen lässt sich in drei Kategorien aufteilen:

  1. Eigenproduktion der Bildungseinrichtung

Bildungseinrichtungen sind hierzulande von Subventionsgeldern und Spenden abhängig. Wie wir aus ständigen Medienberichten lernen können sind alle Einrichtungen, seien es Schulen, Krankenhäuser, Weiterbildungszentren etc., unterfinanziert. Der Lehrfilm ist hierbei eine Methode Geld zu sparen. Denn anstatt sich teure Plastiken, Modelle oder sonstiges Anschauungsmaterial zu kaufen wird dieses ausgeliehen um in einem Film verewigt zu werden, oder es wird durch billige Computeranimationen ersetzt. Die Filmproduktion unterliegt dann meistens der Regie eines Hobbyfotographen unter den Mitarbeitern.

  1. Produktion aus einem „Workshop“

An öffentlichen Schulen, Krankenhäusern, Gefängnissen und sozialen Einrichtungen finden allerlei Workshops statt, die den Kindern bzw. Betreuten Personen Abwechslung bieten sollen, oder ihnen einen Karrierevorschlag unterbreiten. Wer schonmal an solch einem Workshop teilgenommen hat weiß, dass die Teilnahme meistens unmotiviert ist und die Anleiter auch keine professionellen sind.

  1. „Professionelle“ Produktion

Gute Bildungseinrichtungen, wie das Krankenhaus, in dem ich meine Ausbildung gemacht habe leisten sich auch gerne Produktionen von wirklichen Filmemachern. Tatsächlich habe ich an der Produktion von Lehrfilmen mit einem relativ hohen Budget für eine Fahrschule mitgearbeitet. Siehe hierzu: Fahrschule Düsseldorf. Gelernte Filmemacher setzen ihr Wissen über eine gute Produktion natürlich liebend gerne um, der Spielraum in einem Lehrfilm ist allerdings begrenzt. Und da die wenigsten hoch motiviert in die Präsentation eines Lehrfilmes gehen wird die Produktionsleistung selten wertgeschätzt. Es ist toll zu wissen, dass die Verantwortlichen sich bewusst sind, dass ein Film nicht „mal eben abgedreht ist“ und audio-visuelles-lernen deutlich effektiver ist, wenn der visuelle Teil ausreichende Qualität mit sich bringt, dennoch ist anzumerken, dass es sich hierbei um Einrichtungen handelt, die privatfinanziert sind. Eine öffentliche Einrichtung würde wie aus Punkt 1 und 2 zu lesen nicht ausreichend Geld mitbringen.

Before I Wake

 

Before I Wake

“Before I Wake” zählt zu den Fantasyfilmen oder Horrorfilmen und erschien in Deutschland am 10. November 2016. In der hervorragenden Besetzung spielt neben Thomas Jane keine geringe als Kate Bosworth. Die Geschichte zum Film ist schnell erzählt. Das Ehepaar Mark und Jessie ist kinderlos, und wünscht sich nicht mehr als ein eigenes Kind. Das absolute Glück scheint vollkommen, als beide die Möglichkeit bekommen, den acht jährigen Waisen Jungen Cody in ihrem gemeinsamen Heim aufzunehmen. Doch perfekt ist längst nicht alles, denn sehr schnell stellen die frisch gebackenen Adoptiveltern fest, dass Cody panische Angst davor hat, einzuschlafen. Natürlich vermuten beide zunächst eine traumatische Erfahrung aus der Vergangenheit des Jungen. Allerdings stellen sie sehr bald eine bei weitem schrecklichere Wahrheit fest.

Während Cody schläft, manifestieren sich nämlich seine eigenen Träume in der Realität. Alles, was der kleine Cody dann Nachts träumt, nimmt reelle Gestalt an. Und gerade durch die turbulente Kinderfantasie bringen sich die Pflegeeltern sehr schnell an die Grenzen des Vorstellbaren. Das ist zunächst wirklich beeindruckend, besonders wenn der Junge etwas schönes träumt. Es wird allerdings zu einem absoluten Horror für alle, wenn das geheimnisvolle Kind an Albträumen leidet. Und bei bunten Schmetterlingen sollen die Träume von Cody nicht lange bleiben, denn schon bald wird die Familie von wirklich düsteren Gestalten heimgesucht. Um nicht nur sich selbst, sondern auch das Kind zu beschützen, wollen Mark und die Jessie die Wahrheit hinter dem Phänomen erforschen. Dabei stossen sie nicht nur auf Gefahr, sondern viel tiefere Abgründe als bisher vermutet.
Bevor der Streifen unter dem Titel “Before I Wake” den endgültigen Durchbruch unter Starbesetzung feierte, war er bereits unter dem Namen “Somnia” abgedreht. Hätte man diesen Namen beibehalten, könnte der Erfolgsregisseur Mike Flanagan seine Trilogie der bekannten Horror Werke perfekt machen. Er feierte bereits zuvor mit seinen Streifen “Absentia” und “Oculus” große Erfolge.

 

Bauer Unser

Bauer Unser

“Bauer Unser” ist ein im November 2016 erschienener Dokumentarfilm. Bäuerinnen und Bauern produzieren Lebensmittel, die der Handel dann aufkauft. Der Film steht unter der Regie von Robert Schabus und soll ein “ungeschöntes” Landleben auf dem Bauernhof zeigen. Der Film spielt in Österreich. Der Film soll unparteiisch sein. 40 Prozent der in der Landwirtschaft produzierten Kalorien werden derzeit einfach verschwendet. Oder aber, sie gehen leider auf dem Weg vom Produzenten zum Endkonsumenten, der im Supermarkt einkaufen geht, verloren. Bauern kennen noch die Entfremdung vom Kunden, wobei sie dieser mit aller Schärfe und Härte entgegenhalten. Heimische Lebensmittel sind kostbar und gefragt, und man sollte diese auch bewusst genießen und innehalten.

Denn vom Fließband produzierte Massenware ist der Bauern Sache nicht. Das weiß auch jeder, der schon einmal beim Bauern des Vertrauens direkt eingekauft. Als Konsument(in) sollte man dem Film nach das Bekenntnis “Bauer Unser”, abgewandelt vom kirchlichen “Vater Unser”, bedenken. So die Idee von Schabus, der das Ganze natürlich auch ein wenig kritisch sieht und hinterfragt. Mit ländlicher Bauernidylle und den Kühen auf der freien grünen Weide, den glücklichen Hühnern und den fair produzierten Eiern hat der Film eher wenig gemein, aber wenn man ihn sich ansieht, soll man zum Nachdenken angeregt werden, wie weit der “Konsumterror” schon fortgeschritten ist. Die Bauern kämpfen derweil ums Überleben und meinen auch, dass, was Zuviel ist, einfach Zuviel ist. “Billig, schnell und viel” das ist nur etwas für die großen Konzerne, die nicht viel Zeit haben, etwas zu produzieren. Es muss ganz rasch vonstatten gehen.

Vom Film werden österreichweit Vorführungen angeboten. Auch Schulvorstellungen mit anschließendem Gespräch werden angeboten. Auch bei größeren Gruppen kann im Kino vor Ort eine Vorführung angeboten werden, dazu muss man allerdings Rücksprache halten. Die Webseite des Films lautet: filmladen.at/Bauer.unser, wo man alle wichtigen Informationen rund um eine Kinovorführung bekommen kann. BAUER UNSER wird in deutscher Sprache gezeigt und ist in vielen Kinos österreichweit zu sehen. Empfehlenswert als Film ab 12 Jahren, zum Diskutieren, ist BAUER UNSER auch mit dem Prädikat “Sehenswert” prämiert worden.

 

Arrival – Was wäre, wenn es doch Leben im All gäbe

Arrival – Was wäre, wenn es doch Leben im All gäbe

Nach erfolgreichen Filmen wie Prisoners und Sicario hat der kanadischen Regisseur Denis Villeneuve nun seinen nächsten Coup gelandet.

Äußerst erfolgreich läuft aktuell sein neuster Film Arrival in den Kinos. Zunächst hört sich die Handlung abgedroschen an. Alien Raumschiffe landen auf der Erde und man versucht mehr oder weniger erfolgreich mit ihnen zu kommunizieren. Doch bei genauerer Betrachtung ist der Film alles andere als das.

Nachdem überall auf dem Erdball verteilt 12 muschelähnliche Raumschiffe landen, versucht man mit der unbekannten Spezies in Kontakt zu treten. Forest Whitaker in der Rolle von Colonel Weber gründet dazu ein Spezialteam, dass versuchen soll mit den Tintenfischähnlichen Wesen in Kontakt zu treten. Die von Amy Adams (Man of Steel) und Jeremy Renner (The Avengers) exzellent gespielten Dr. Louise Banks und Ian Donelly, ihres Zeichens Sprachwissenschaftlerin und Physiker, versuchen mit den unbekannten Besuchern zu kommunizieren und den Grund für deren Besuch in Erfahrung zu bringen. Während sie so langsam und mühsam einen Weg zur Kommunikation bahnen und bereits erste Erfolge feiern, ist man in China und Russland nicht ganz so geduldig. Dort schlägt man einen eher rüden Weg ein, wodurch die Situation schnell aus dem Ruder zu laufen droht. Schließlich sieht man sich einer riesigen Herausforderung gegenüber, denn es gilt nicht weniger als das Überleben der Menschheit zu sichern.

Hier überzeugt die schauspielerische Leistung der Hauptakteure auf ganzer Linie. Während Amy Williams glaubhaft die Sprachforscherin mimt und mit ihrem Drang zur Entdeckung und mit ihrer Euphorie ansteckt, bildet sich um sie das Grundgerüst des Films. Der nüchterne Forscher Jeremy Renner vertraut nur auf Tatsachen und ergänzt seine Partnerin optimal. Auch die emotionale Ebene zwischen beiden ist optimal getroffen. Ob hier eine Oskar-Nominierung winkt? Dazu kommt Colonel Weber, der als einziger kein hirnverbrannter Waffennarr zu sein scheint, der nur um sich schießen kann, sondern ernsthaft an einer Lösung interessiert ist – Daumen hoch. Alles in allem hat man hier einen Film geschaffen, bei dem man nicht stupide auf die Leinwand starrt. Endlich mal ein Film, der zum Nachdenken anregt und bei dem man auch beim Zweiten oder Dritten Schauen immer mehr vermeintliche Logiklücken mit einem tiefgreifenderen Zusammenhang füllen kann.
Ein grandioses Science-Fiction-Drama das ganz großes Kino bietet.

 

Amerikanisches Idyll

In dem im Jahre 2016 veröffentlichten Film “Amerikanisches Idyll” wird der Roman von Philip Roth verfilmt. Der Film thematisiert eine Geschichte einer US- amerikanischen Familie, die durch die terroristischen Aktivitäten der Tochter ganzheitlich ruiniert wird.
Der Film sowie der Roman spielen in den 60er Jahren in Amerika. Der Protagonist namens Seymour „Swede“ Levov führt zu der damaligen Zeit ein perfektes Leben. Der Mann, der jüdische Wurzeln besitzt, war zu seinen Schulzeiten ein beliebter und erfolgreicher High School Athlet.Nach seinem Schubschluss heiratete er die Schönheits-Königin Dawn und übernahm erfolgreich das Unternehmen seines Vaters. Als der Vietnamkrieg, in den Amerika intervenierte, ausbrach, verändert sich das Leben von “Swede” schlagartig zum negativen. Diese liegt daran, dass sich seine Tochter namens Merry mit politisch motivierten Aktivisten unter der Führung von Rita Cohen einlässt, die vehement gegen die Intervention Amerikas in den Vietnam Krieg kämpfen und dementsprechend unterschiedlichste Vorkehrungen dafür treffen. Die Folge daraus sind, ein Bombenattentat, ein Toter und ein Trauma, das Swede nie wieder loslassen wird. Die Tochter hatte sich also politisch sowie terroristisch radikalisiert.

Die Handlung dieses Filmes zeigt prägnant, dass in diesem eine aktuelle Thematik behandelt wird. Schon das damalige Buch von Philip Roth war ein Bestseller und auch der Film soll dieses nun werden.

Als positiv ist dem Film anzumerken, dass die Thematik der heutigen Zeit entspricht und die Radikalisierung eines Familienmitglieds anhand einer detailgetreuen geschichte verdeutlicht wird. Die Eltern, die von McGregor und Jennifer Conelly zeigen eine tolle Schauspielerleistung und prägen den Film erheblich. Sowohl die Mutter, als auch der Vater versuchen die Wahrheit so lange wie möglich zu verdrängen und werden letzendlich doch von der Realität eingeholt. Der Zerfall einer beliebten und erfolgreichen Familie wird dabei schauspielerisch exzellent umgesetzt.

Negativ ist bei dem Film zu nennen, dass kaum Familienszenen mit der Tochter gezeigt werden, wodurch die Dymanik innerhalb der Familie vor der Radikalisierung der Tochter ungewiss ist.

Alles was kommt

Alles was kommt

Nathalie ist glücklich und absolviert ihr Leben mit Bravour. Alles scheint in schönster Ordnung zu sein und sie glaubt, nichts könne sie aus ihrer Laufbahn werfen. Als Lehrerin an dem Pariser Lycée unterrichtet Nathalie Philosophie und ist schon lange mit ihrem Mann selig verheiratet. Dazu kommt, dass sie neben ihrem Beruf noch Schulbücher bzw. philosophische Ergüsse in einem Verlag veröffentlicht und damit ziemlich erfolgreich ist. Die Lehrerin hat mit ihrem Mann zusammen zwei Kinder, die bereits fast erwachsen sind. Sie lebt ein gutbürgerliches und erfülltes Leben. Ab und zu macht die exzentrische Mutter ihr das Leben schwer und stellt ihre Geduld auf die Probe.

Am Tag sowie in der Nacht buhlt sie um die Gunst ihrer Tochter. Eines Tages offenbart ihr ihr Mann Heinz, dass er eine andere Frau liebt und sie verlassen will. Dann erfährt sie auch noch, dass ihre Bücher nicht mehr veröffentlicht werden sollen, weil diese angeblich zu altbacken und unmodern sind. Als der Tag kommt, an dem ihre Mutter in ein Altersheim ziehen muss, kommt die in Paris lebende Philosophielehrerin Nathalie mit ihrer plötzlichen Freiheit nicht mehr klar. Sie fühlt sich mit zu vielen Problemen konfrontiert und auch das überraschende “Aus” ihrer langjährigen Ehe bereitet ihr ziemliches Kopfzerbrechen.

Nathalie muss ihr Leben gänzlich neu überdenken und sortieren, denn bisher hatte sie größere Gedanken immer nur gelehrt. Jetzt sucht sie nach neuen Wegen, um ihren Alltag wieder in Einklang zu bringen. Von Fabian, ihrem ehemaligen Schüler, erfährt sie, was es heißt, eine gelebte Freiheit mit Philosophie zu vereinigen. Mit erhobenem Haupt versucht Nathalie, allen schwierigen Widerständen zu trotzen und offen für das Neue zu bleiben, egal, was auch noch kommen mag. “Alles was kommt” ist eine sehr bewegende Studie, die das Thema Älterwerden und Einsamkeit beschreibt. Sie wurde hauptsächlich für die weibliche Zuschauerschaft ab 50 Jahren gemacht!

 

Internationales Filmfestival in Stockholm

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Seit 1990 wird das Internationale Filmfestival in Stockholm, Schweden abgehalten. Es wird jedes Jahr im Herbst hauptsächlich im Astoria Theater und anderen Plätzen ausgetragen. Mehrere Tage lang tummeln sich viele Stars und Filmschaffende der nationalen und internationalen Filmszene in Schwedens Hauptstadt, um ihre Filmwerke zu präsentieren und um sich international unter Beweis zu stellen. Mehrere Preise mit unterschiedlichen Kategorien werden verliehen. Die höchste Auszeichnung, das Bronzene Pferd gebührt dem besten Film. Das Aluminium Pferd ist ebenso sehr angesehen. Nachwuchsregisseure, bester Schauspieler bzw. Schauspielerin, beste Filmmusik, Drehbuch und Kurzfilm finden sich darunter.
Der Stockholm Lifetime Achievment Award wird jedes Jahr an eine Person für sein Lebenswerk vergeben. Es gibt noch eine lange Liste weiterer Auszeichnungen.

Von der Idee zum Festival der Superlative

Die Geschichte des Internationalen Filmfestival in Stockholm ist noch jung und doch hat sich in den mehr als 25 Jahren seit Entstehung einiges getan. Die Anzahl der Gäste der Filmwelt wurde Jahr für Jahr größer. Mit den Jahren wurde das Festival immer beliebter, was dafür sorgte, dass es immer mehr Publikum zum Fest anlockte. Aus 45 Filmen im ersten Jahr, die vorgestellt wurden, sind es mittlerweile mehrere 100.

Die Idee

Stockholm hat es verdient ein eigenes Filmfestival zu haben. Ein Festival auf internationalem Niveau. Das waren die Gedanken von Ignas Scheynius, Kim Klein und Git Scheynius, drei Filmbegeisterte. Das war im Jahr 1990 und noch im selben Jahr bekamen sie die Zustimmung für dieses Event. Es erhielt auch gleich die Zulassung vom FIAPF. Sie ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für die Rechte in der Filmbranche einsetzt. Ein Festival, das bei der FIAPF Anerkennung erlangt hat, kann sich glücklich schätzen.

Ein gelungener Start

Aus der Idee wurde Realität.

Das erste Jahr ging über die Bühne. Zusammen mit 200 Freiwilligen machten sich mehrere Personen der internationalen Filmszene an die Arbeit für den Aufbau des Festivals im Astoria Theater. Es war das erste skandinavische Filmfestival, dass vom FIAPF die Zustimmung bekam. Zudem hat es die Rechte einer internationalen Jury durch FIPRESCI erhalten. Vier Tage lang wurden 45 Filme gezeigt. Als Eröffnung spielte „Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula“, eine Film von Regisseur David Lynch. „Natural history of parking lots“ bekam als Erster in der Geschichte des Festivals das Bronzene Pferd für den besten Film. Eine Unterstützung für junge Filmmacher wurde ins Leben gerufen, um diese bei Kurzfilmproduktionen zu fördern.

Und der Erfolg schreitet voran

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Stadtansicht Stockholm

Im ersten Jahr hat sich das Festival so gut etabliert, sodass 1991 7.000 Filmfans dem Fest frönten. Jahr für Jahr kam eine andere berühmte Persönlichkeit in den Genuss als Ehrengast eingeladen zu werden, Stars wie Dennis Hopper, Viveca Lindfors, Quentin Tarantino, Rod Steiger, Elia Kazan, Gena Rowlands, Roman Polanski und Jean Paul Gaultier befanden sich darunter.
Dem Festival wird jedes Jahr ein anderes Thema zugewiesen, so war es 1992 „Die Zukunft“ und 1993 „Für alle Sinne“.
Im dritten Jahr wurde die Kategorie Kurzfilm mit ins Programm genommen. Es wurde damit angefangen, dass Seminare abgehalten wurden, z.B. über den digitalen Videodreh. 1995 brach eine Debatte über Filmzensur aus. Der Film Desperado stand dabei im Raum. Das internationale Filmfestival war im selben Jahr das erste europäische Filmfestival, dass im Internet gezeigt wurde.
Eine neue Sparte, der asiatische Film hat sich 1998 aufgetan und die Besucheranzahl in diesem Jahr explodierte auf 70.000.
Der schwedische Film soll in der Filmwelt in den Vordergrund rücken. Das internationale
Filmfestival Stockholm soll dabei helfen.
2000 wurde für Kinder und Jugendliche ein ähnliche Veranstaltung geschaffen. Filme von jungen Menschen von 6 bis 16 Jahren werden gezeigt. Diese findet im Frühling statt. 2001 war ein Jahr vieler Höhepunkte. Musicals und Bollywood waren Schwerpunkte. Im darauffolgendem Jahr 2002 gab es einen Massenansturm an Besuchern, darum musste auf andere Räumlichkeiten ausgewichen werden. Das 15. Festival stand unter dem Stern „Gleichheit“. Viele Filme von weiblichen Regisseuren wurden präsentiert. Zum ersten Mal ging das Bronzene Pferd an eine Regisseurin, Lucile Hadzihalilovic für den Film „Innocence“. 2005 wurde das Festival zum Beliebtesten Nordeuropas und die Besucheranzahl betrug 87.000 sowie mehr als 100 Schauspieler, Regisseure und Produzenten kamen. Ein neuer Preis, der „Visionary Award“ wurde eingeführt. 2006 folgte ein Boom: noch mehr Besucher, die Leinwände wurden ins freie verfrachtet und 400 Filme wurden gezeigt. Mittlerweile sind es schon 11 Festivaltage. Eine neue Sparte wurde eingeführt, Filme, die über Handys gemacht wurden.

Die Etablierung eines Festivals

Seit 2007 überschritt die Besucheranzahl die 100.000er Marke. Das Fest erfreute sich in den letzten 25 Jahren immer größerer Beliebtheit. Tatsächlich übertrifft das Festival die Besucherzahlen des Film Festivals in Göteborg und das Nordisk Film Festival, damit handelt es sich bei dem Festival um das größte seiner Art in Skandinavien. Viele Stars lieben dieses Event. Der 1992 und 1994 mit dem Bronzenen Pferd ausgezeichnete Quentin Tarantino meinte, es ist eines seiner liebsten Filmfestivals. Steve Buscemi, der 1996 am Fest debütierte, war davon sehr begeistert.
Die Besonderheiten sind vor allem, die Auswahl der Filme, der Fokus auf Jungregisseure und ihre Erstlingswerke und die Riege der Ausnahmekünstler. Weiterer Aspekte sind der Fokus auf Filme, die kinematografische Entwicklungen aufgreifen und die Interaktion zwischen Regisseuren und Zusehern. Es trägt dabei den Beinamen „Fest der Regisseure“.

Regisseur: Pedro Almodóvar

Maestro: Pedro Almodóvar
Bekannt für: bunte, abgedrehte Filme über Liebe und Besessenheit
Einflüsse: Billy Wilder, Hitchcock, Sirk, Fassbinder, Fellini
Meisterwerke: All About My Mother und Talk to Her
Desaster: Ehrlichgesagt bin ich mir nicht sicher, ob er überhaupt in der Lage für ein Desaster ist. Manche seiner Filme sind ein bisschen lasch, dennoch sind sie alle so wunderbar Almodóvar.
Besser als man denkt: Bisher sind alle Filme recht gut angekommen
Kassenschlager: Volver mit über 12 mil
Damals, in der goldenen Zeit des Kinos, gab es ausländische Regisseure, die von den Kinofreunden en masse bevormundet wurden. Es gab Bergman und Fellini und Kurosawa, welche eher in Richtung Mainstream gingen und so Ansehen gewannen, das bis heute bleibt. Pedro Almodóvar ist wohl der, der heute noch am nächsten daran kommt. Er hat vielleicht nicht ganz so viel Bekanntheit wie die anderen damals (was auch schwer ist, in der heutigen Filmwelt), aber er ist einer der wenigen ausländischen Produzenten, der sich einen Namen gemacht hat. Seine Filme sind in der Staaten einigermaßen bekannt und er sie erhalten gelegentlich einen Preis. Das haben wir einer aufregenden, neuen und unübertroffenen Art der Filmproduktion zu verdanken, die Almodóvar entwickelt hat.

Trailer: All About My Mother

Leidenschaft. Liebe. Besessenheit. Das sind die Elemente Almodóvars Fantasie. Zeitlos, dennoch modern. Nicht zuletzt haben Leidenschaft, Liebe und Besessenheit die Menschheit schon immer angetrieben. Das ist auch immer noch so. Das erklärt auch, warum wir uns so leicht mit seinen Werken identifizieren können, obwohl seine Charaktere nicht immer ganz so sympathisch sind. Zum Beispiel Benigno, aus „Talk to Her“. Ein Mann dessen Liebe entgegen seiner Koma-Patientin ziemlich abscheulich endet. Warum sind wir nicht entsetzt? Weil in er in der Welt von Almodóvar ein Opfer seiner eigenen Leidenschaft ist. Anders ist es mit Paco (der Vater aus „Volver“), der verabscheut wird, da er ein Opfer seiner Lust ist. Almodóvar weiß das, und auch wie man das ausnutzt. Und wie er es ausnutzt, hebt ihn von der Masse ab. Die meisten Regisseure, die sich mit Leidenschaft und Besessenheit auseinandersetzen begeben sich oft in die dunkleren Tiefen des menschlichen Verhaltens. Almodóvar andererseits feiert diese Dinge. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, er stellt die Opfer ihrer Besessenheit nicht in ein gutes Licht, aber seine Filme zeigen die Dinge auf eine Weise die uns lebendig, belebt und einfach menschlich fühlen lässt. Man sieht die Lebenslust in Almodóvars Arbeit. Nicht sentimentalisierend. Ehrlich. Es ist eine Feier der ganzen Menschlichkeit. Mit allen ihren Seiten.

Um es weiter dramatisch zu halten, Almodóvar erforscht wie diese Leidenschaften unsere Identität formen, und umgekehrt. Nicht zuletzt, ist alles von dem wir besessen sind, was wir lieben und worüber wir heulen könnten, das Ergebnis von dem womit wir uns identifizieren. Ob das der/die mutter- oder kinderlose/r Mann/Frau, homo-, oder heterosexuell ist. Almodóvars Charaktere werden oft ihrer Identität gegenübergestellt und müssen begreifen, dass sie nicht sind, wer sie dachten zu sein. Und all ihre Leidenschaften, die sie so unterbewusste entwickelt haben, sind alle auf eine falsche Persönlichkeit gestützt. Solche Momente sind der Kern Almodóvars Filme und machen ein gutes Melodrama, was aber kein bisschen künstlich wirkt. Ein weiterer echter Widerspruch eines genialen Filmemachers.
Pedro Almodóvar arbeitet bereits hart an seinem nächsten Werk, ein Rachethriller, der sich vielleicht ein bisschen von seinen alten Werken absetzen könnte. Aber zweifellos wird er seine Zuschauer herausfordern und in leidenschaftlicher Menschlichkeit verwurzelt sein. Der Film wird ihn wieder mit Antonio Banderas zusammen bringen, mit dem er schon seit längerem nicht gearbeitet hat. Dennoch hat Banderas viel seiner Bekanntheit Almodóvar zu verdanken. Auf der „Internet Movie Database“ kann man schon über einen weiteren neuen Film des Regisseurs lesen (wobei, das noch nicht ganz sicher ist). Der Film handelt von dem Italienischen Sängerin Mina. Ein gutes Thema für ein gutes Melodrama. Die Erwartung von zwei Almodóvar Filmen in zwei Jahren scheint zu gut, um wahr zu sein. Wir (die, die Almodóvar lieben) hoffen weiter.

Filmfestival Locarno 2016 – ein voller Erfolg

locarno-logoBeim Filmfestival Locarno 2016 handelt es sich um eines der wichtigsten, wenn nicht sogar um das wichtigste Filmfestspiel in der Schweiz.
Alles was Rang und Namen hat, trifft sich jedes Jahr auf der Piazza Grande zum gemeinschaftlichen Austausch.
Auch werden hierbei neue Filme vorgestellt. Zahlreiche Kinos zeigen diese dann, sodass möglichst viele in den Genuss der neuen Filme kommen können.

locarno-ansichtDas Festival beginnt immer Anfang August und geht 10 Tage.
Nächstes Jahr fängt es am 2. August an und hört am 12. August auf. Gerade wenn es Hochsommer ist, kann es schon mal schwül werden.
Gegen die Hitze können sich Besucher optimal mit Sonnenschirmen, oder Vergleichbarem schützen, doch nur selten gegen Mückenstiche.
Damit die Mücken, oder auch Mückenstiche nicht Oberhand gewinnen, sollte im Vorfeld vorgesorgt werden, indem Sie ein Mittel mit dem Sie Mückenstiche behandeln dabei haben.
Dann kümmert es einen auch nicht mehr, wenn es ein wenig schwül ist, oder die Hitze ins Unermessliche gestiegen ist, denn zu diesem Anlass will sich sicher niemand mit juckenden Hautstellen quälen.
Gerade weil das Festival nächstes Jahr sein 70 jähriges Bestehen feiert, ist es von großem Nutzen, dies zu besuchen.
Denn dann warten bestimmt auch die ein oder anderen Überraschungsgäste, oder Aktionen, welche nicht verpasst werden sollten.
In diesem Jahr waren es 160.000 Zuschauer.
Die Zahl kann beim Jubiläum noch deutlich ansteigen. Und so ist es auch eines der größten Festivals in der Schweiz.
Gerade wenn Kontakte zur Filmbranche geknüpft werden möchten, stehen bis zu 3000 Branchenvertreter zur Verfügung.
Da findet garantiert jeder den passenden Ansprechpartner.
Auch wenn es sich bei Lacarno um eine eher kleine und beschauliche Stadt handelt, so wird sie doch während der Festivaltage zur Weltstadt, welcher sich keiner entziehen kann.
Und das Beste ist, das Filmfestspiel kann immer unter freiem Himmel genossen werden.
Damit entsteht ein Flair, oder auch ein Charme, welchen sich keiner entziehen kann.
Grund genug, einfach mal hinzufahren und sich selbst verzaubern zu lassen. Publikumspreise werden auch vergeben.
Die Meinung der Zuschauer ist demnach wichtiger denn je.
Da können auch mal die Mücken außer Acht gelassen werden.

Regisseur: Catherine Breillat

catherine-breillat-02Maestro: Catherine Breillat
Bekannt für: Filme über Sex
Einflüsse: Chantal Akerman, Bertolucci
Meisterwerke: Fat Girl
Desaster: Tatsächlich gibt es auch einige schlechtere Filme von ihr, vielleicht Anatomy of Hell als Beispiel…
Besser als man denkt: Fat Girl, The Last Mistress und Bluebeard (um welche es in diesem Beitrag gehen soll) sind die guten
Kassenschlager: 1999’s Romance
Liebslings Schauspieler: Hat schon drei Filme mit Roxane Mesquida gemach
Sex ist kompliziert. Als Gesellschaft haben wir darauf reagiert, indem wir die Sexualität in einzelne, verständlichere, Bereiche eingeteilt haben. Es gibt das Obszöne, Pornographische, das Liebevolle, das Gefährliche, das Verbotene, das Leidenschaftliche und so weiter… Jeder dieser Bereiche scheint ein bestimmtes Gefühl mit der Sexualität in Verbindung zu bringen. Filme spiegeln dies wieder, und erzählen Geschichten darüber. Die Jungfräulichkeit wird von Mädchen geschützt, von Jungs verloren, Sex ohne Liebe ist im Endeffekt leer und sinnlos, Lüste stürzen uns ins Verhängnis. Damit will ich nicht sagen, dass wir in einer von Viktorianischer Moralität geprägten Welt stehen geblieben sind. Wir haben große Fortschritte seit damals gemacht. Dennoch, ein Happy End bedeutet normalerweise eine Hochzeit und keine Orgie, weil, um ehrlich zu sein, stehen die wenigsten auf Charaktere für die eine Orgie ein Happy End wäre (ohne zu sagen, dass ich das als Happy End sehen würde, weil ich es als Möglichkeit erwäge).

Catherine Breillat will mit all dem ein Ende machen. Ihre Filme definieren immer wieder neu was akzeptabel ist und verlangen von uns, dass wir unsere Vorurteile über die Sexualität eines Charakters über den Haufen werfen.

Trailer: Romance (1999)

Viele Breillats Filme sind sexuell explizit, oder eher gesagt explizit sexuell. Filme die so an derartige Themen herangehen, erhalten oftmals eher gemischte Kritik. Manchmal wird der Zuschauer von derartiger lüsterner und prüder Sensibilität abgelenkt, und manchmal lenkt der Film sich selbst ab, aufgrund seines Bedürfnisses den Zuschauer zu schocken. Anders gesagt, manchmal sind wir schuld und manchmal sie. Breillat wird ihren Titel als „die Frau die Pornos in ihre Filme einbindet“ wohl für immer behalten. Der Durchbruch gelang  ihr auch nicht mit dem Film „Fat Girl“ von 2001. Man bedenke die Herausforderungen die der Film an den Zuschauer stellt. Die dicke Anais und ihre hübsche Schwester Elena träumen davon ihre Jungfräulichkeit zu verlieren (könnte ein Amerikanischer Film so etwas überhaupt ohne beide als gestört darzustellen?). Elena sucht Liebe bei ihrem ersten Freund. Anais überhaupt nicht. Am Ende des Films hat nur Anais was sie wollte, aber auf die abartigste Weise überhaupt. Der Zuschauer kann sich aber nicht so richtig damit abfinden, dass sie bekommen hat was sie wollte. Es ist unmöglich. Wie kann sie nicht hinter Liebe her sein? Das wäre ok für uns gewesen!

Seither hat Breillat zwei weitere Filme gemacht. Erstens „The Last Mistress“  (2007), in welchem Breillat in der Zeit zurück reist, um uns zu zeigen wie wir die „sexuell abenteuerliche Frau“ (die herausragend von Asia Argento dargestellt wird) immer noch verteufeln. Und Zweitens „Bluebeard“ (2009), in welchem ein klassisches Märchen erneuert wird, und die mörderische Hauptperson zu einem einsamen Typen mit seiner ursprünglich unschuldigen Frau, die jetzt aber ein eher bockiges Kind ist, macht. Jedes Mal scheint sie den Zuschauer zu fragen: Wer ist der Böse? Wer der Heilige? Wer verdient die Liebe und wer soll die Konsequenzen tragen? Diese endlosen Fragen sind schwer zu beantworten, aber falls Sie solche Fragen (und Sex) in Filmen mögen, dann werden Ihnen Breillats Filme definitiv gefallen. Falls nicht, kann man ja immer noch zurück in die Welt in der Sex einfach ist, wo die Liebe das höchste Ziel und Lust verboten ist und Sex hinter verschlossenen Türen stattfindet. Aber Catherine Breillat werden Sie nicht in dieser Welt antreffen…