Originaler Titel: „Du Levande“, Englischer Titel: „You, the Living“
Schweden, Deutschland, Frankreich, Dänemark, Norwegen 2007
Laufzeit: 94 Minuten, 35mm, Farbe, FSK: ab 12 Jahre
In der Hávamál Ballade, einer Sammlung von Sprichwörtern aus einem der ältesten Texte der skandinavischen Literatur, heißt es „Der Mensch ist des Menschen Freude“. Oder anders gesagt: die größte Freude des Menschen ist der Andere. Der Mensch ist ein soziales Wesen, sein Bedürfnis nach zwischenmenschlichen Beziehungen bringt ihm Schmerz und Freude.
Aus vielen einzelnen Tableaus bestehend, illustriert der Film mit all seinen Charakteren die vielen Aspekte des Menschseins. Er behandelt die kleinen und die großen Probleme, den täglichen Überlebenskampf im Kleinen und die philosophischen Fragen des Lebens im Ganzen. Wie ein Mosaik setzt der Film seine Geschichte aus verschiedenen alltäglichen Situationen zusammen und zeigt Menschen, die sich miteinander streiten, die sich beobachten, meiden, den Anderen vermissen, reden, lieben und zusammen leben. Jede Szene hält einen Lebensmoment fest, der zeigt, wie schön oder pathetisch, grausam oder gemein menschliche Beziehungen sein können. So zeigt der Film den Menschen in seiner Selbstsucht, Scheinheiligkeit, Arroganz und Gleichgültigkeit aber auch in seinem Mitgefühl, seiner Großzügigkeit, Zärtlichkeit und Liebe. Der Film zeigt all das, was es bedeutet, lebendig zu sein.
DAS JÜNGSTE GEWITTER spielt in einer großen Stadt irgendwo in der nördlichen Hemisphäre. In einer Reihe von fünfzig, in nur einer Einstellung gefilmten Szenen teilen die Charaktere die Art von Alltagsmomenten, die auf den ersten Blick banal erscheinen mögen.
So sitzt ein Paar mit seinem kleinen Hund in einem Park auf einer Bank. Der Mann ist ein Hell´s Angel. Er ist groß, fett und tätowiert und erträgt mitfühlend das Gejammer seiner Freundin, die als Kellnerin in einer Bar arbeitet und sich beschwert „Keiner versteht mich... und es liebt mich auch keiner. Sogar der Hund benimmt sich so, als ob er mich nur dann liebt, wenn es ihm passt!“
So schaut die faszinierte Küchenbelegschaft aus dem Restaurantfenster hinaus auf das Kommen und Gehen in der Straße. Der Küchenchef schickt sie zurück an die Arbeit und schaut dann selber aus dem Fenster: ein alter Mann mit einer Gehhilfe zieht seinen Hund, der sich in der Leine verheddert hat, über den Gehsteig.