Review Bad Santa 2

 

Review Bad Santa 2

13 Jahre hat es gedauert bis zur Neuauflage von „Bad Santa“, der durchaus bei dem einen oder anderen Kinobesucher für Begeisterungsstürze, ob der absurden Santa-Kind-Beziehungen, gesorgt hatte.

Die neue Version startet vielversprechend und Willie (Billy Bob Thornton) verliert seinen Job als Parkplatzeinweiser. Einsam, betrunken und pleite, schreibt er eine Suizidnachricht auf eine Pizzapackung und steckt seinen Kopf in den Ofen. Schön wäre es gewesen, wenn der Film danach endet, aber das tut es nicht und selbstverständlich scheitert er mit seinem Selbstmordversuch. Fortan fällt die Neuauflage, von Regisseur Mark Waters, stetig ab und umkreist die Fragen: „Ob Bad Santa vielleicht gar nicht so böse ist?“ und „Was wenn er eine Mutter hat, deren Benehmen mindestens so schlimm wie das seine ist und sie die Wurzel allen Übels ist?“

Der Wiedervereinigung mit dem, inzwischen 21-jährigen Thurman Merman (Brett Kelly) – dem er verspricht seine Entjungferung in die Wege zu leiten, unter zu Hilfenahme einer Prostituierten (Olivia Spencer) – folgt das Angebot seines ehemaligen Partners Marcus (Tony Cox) für einen potenziellen Raubzug in Chicago. Ihr Ziel ist der Wohltätigkeitslauf von Diane (Christina Hendricks) und ihrem korrupten Ehemann, der sich einen Großteil der Einnahmen in die eigene Tasche steckt. Ihr Team wird zu Willie’s Überraschung mit seiner Mutter Sunny Soke (Kathy Bates) komplettiert, die sich getarnt in das Hauptquartier der Organisation einschleust.
Diane wird fortan natürlich, ganz Bad Santa, zum Dreh- und Angelpunkt von Willies schlüpfrigen Avancen, denn auch in „Bad Santa 2“ darf der Sex nicht zu kurz kommen.

Was bleibt zu sagen?

Auf der Suche nach einem Novum bei „Bad Santa 2“, bleibt der einzig wirkliche Hoffnungsschimmer Kathy Bates. Aber auch ihr brillantes Spiel und der Versuch sie mit Tattoos und Punkerschmuck zu bepflastern, können dem uninspirierten Skript nicht wirklich weiter helfen. Nicht einmal kopierte Szenen der Erstauflage schaffen es, an die erfrischende Garstigkeit der Erstauflage heranzukommen und der Film plätschert in einem weihnachtlichen Gefühlsüberfluss vor sich hin.

 

Review Bad Moms

 

Review – Bad Moms

Mit „Bad Moms“ widmen sich die Autoren von „Hang Over“, Jon Lucas und Scott Moore, dem weiblichen Pendant des schlechten Benehmens und der stimmigen leichten Unterhaltung.

Hautprotagonistin Amy (Mila Kunis), eine 32 jährige attraktive Mutter zweier Kinder ist von ihrem Alltag überfordert. Ein wenig hilfreicher Internet-Sex affiner Ehemann, ihr Teilzeitjob, die täglichen Pflichten einer Mutter zwischen Einkäufen, Mahlzeitenzubereitung, Transportunternehmen zu deren Freizeitbeschäftigungen & Treffen der „Fürsorglichen Mütter“ und ihr wenig hilfreicher Glaube in allem nicht gut genug zu sein, bringen das Fass im ersten Teil des Filmes zum Überlaufen.
Und so explodiert die Vorzeige-Mutter Amy nach einem katastrophalen Tag auf einem Treffen der „Fürsorglichen Mütter“, deren wenig begeisterte spießige Schirmherrin und Übermutter Gwendolyn James(Christina Applegate) ist. Sie hat genug von der Jagd nach dem perfekten veganen Keksrezept.

Am selben Abend findet sich Amy in einer Kneipe wieder, in der sie auf die neurotische vierfach Mutter Kiki (Kristen Bell) und die geschiedene und stets aufgemotzte Faulenzerin Carla (Kathryn Hahn) trifft. Im Zuge ihres Trinkgelages gründen die frustrierten Mütter, den Club der „Bad Moms“, in dem schlechtes Benehmen auf der Tagesordnung steht und Regeln gemacht werden, um sie zu brechen. Von nun an ziehen Spaß, Freiheit, sowie eine gehörige Portion Egoismus in die Leben der Mütter ein und finden ihren Höhepunkt im „Battle of the Moms“, kurz bevor den Autoren/ Regisseuren die Geschichte komplett ins Lächerliche entgleitet.

„Bad Moms“ ist ein leicht verdaulicher Spaß, bestens geeignet für einen geselligen Abend mit Freundinnen – frustrierte Mütter bevorzugt – und besticht durch die Chemie der drei Freundinnen Amy, Kiki und Carla. Besonders die schauspielerische Leistung Hahn’s ist hier hervorzuheben, deren perfekt getimte Gags und Pausen, die Situationen oftmals ad absurdum führen. Es sind nicht die obszönen Entgleisungen der drei – die jedoch zweifelsohne für Lacher sorgen – sondern das Band ihrer Freundschaft, das den Film ausmacht. Weg vom Alltag und den Erwartungen an sich und von anderen, haben sie einfach eine gute Zeit und finden den Menschen hinter den konventionellen Pflichten wieder.

 

Der Film Burg Schreckenstein

 

Der Kinder-Abenteuerfilm „Burg Schreckenstein“ basiert auf der gleichnamigen Romanreihe von Oliver Hassencamp. Er greift verschiedene Episoden aus den 27 Bänden auf und wurde in die Gegenwart versetzt. So können Computer, Handys und Drohnen zum Einsatz kommen und machen den Film sowohl für die Kinder der heutigen Zeit als auch für deren Eltern, die die Bücher in ihrer Jugend gelesen haben, interessant.

Aufgrund Stephans schlechter Schulnoten entscheidet seine Mutter Melanie, den elfjährigen Sohn auf das Internat eines alten Freundes zu schicken. Diese Idee erscheint dem Jungen zunächst als der blanke Horror und er lehnt die besondere Kleiderordnung und die strengen Regeln komplett ab.
Recht schnell wird das Internatsleben allerdings ein großes, unterhaltsames Abenteuer für ihn denn eine Schule auf einer alten Ritterburg mit Geheimgängen, Verliesen und Folterkammer hat natürlich ihren Reiz. Um in die Internatsgemeinschaft aufgenommen zu werden, muss sich jeder neue Schüler durch Mutproben bewähren. Stephan findet bald Anschluss an die Bande der „Schreckies“. Diese Clique vertreibt sich die Zeit mit dem Ausdenken und Ausführen lustiger und einfallsreicher Streiche. Hauptziel ihrer Attacken ist das benachbarte Rosenfels-Internat für Mädchen, deren Bewohnerinnen wiederum mit ausgeklügelten Gegenstreichen antworten. Der etwas schrullige Burgherr Graf von Schreckenstein interessiert sich ausschließlich für seinen Plan, mit einem Heißluftballon in die Luft zu gehen und auch der Institutsleiter, Direktor Rex, sieht dem Treiben der Schüler relativ gelassen zu. Dagegen legt die Rektorin der Mädchenschule viel Wert auf Disziplin und Ordnung und macht so ihren Schülerinnen das Leben schwer.

Eines Tages geht ein Streich total daneben und hat zur Folge, dass die Mädchen und ihre strenge Leiterin auf Burg Schreckenstein einziehen müssen. Anfangs absolut undenkbar für die Jungen, bis ein gemeinsames Burgfest geplant wird und die Neuzeitritter Stephan, Ottokar, Mücke und Dampfwalze entscheiden müssen, ob sie den jahrelangen Streit weiterführen oder Frieden schließen möchten.

Der Charme der Originalgeschichten bleibt auch in den Abenteuern der heutigen Zeit erhalten und die Botschaft, dass aus Feindschaft Freundschaft werden kann wenn man zusammenhält, kommt an. Jungen und Mädchen zwischen 8 und 11 Jahren werden beim Angucken des Films viel Spaß haben.

Café Society

Café Society

 

Mit Cafe Society, einer US amerikanischen Filmkomödie wird das diesjährige die das französische Festival in Cannes eröffnete. Woody Allen reflektiert als Regisseur
übr das Älter werden und die nutzlosen familiären Beziehungen, die dieses Älter werden schmerzlich machen.

Woody Allen gilt als exzentrisch und höchst produktiv. Von klassischen New Yorker Komödien wie Manhattan und Hannah und Her Sisters bis hin zu stilvollen Londoner Verbrechersyndikaten wie in Match Point nahm Woody Allen bisher etwa 600 Millionen Dollar ein.

Ende der 1930er: Bobby (Jesse Eisenberg) wächst in der schroffen Bronx auf, fühlt sich aber der Glitzerwelt Hollywoods näher. Seine familiären Verbindungen ermöglichen ihm einige Gagen in der Traumfabrik und sorgt für ein üppiges Gastmahl mit Fred Astaire und Gary Cooper.

“Es war eine dieser glamouröse Phasen in Kalifornien”, sagt Woody Allen über seine Idee. “Sie sahen dort über den Mocambo und gingen in die Cocoanut Grove und Ciro’s und alle die dachten, sie seien Filmstars mußten nachts ausgehen, denn es war wichtig in New York nur in der Zeitung neben Sozialisten, Politiker und Gangster zu stehen.”

Zurück in New York wird Phil Teilhaber an dem Geschäft seines Bruders Ben und beide leiten nun den Nachtclub, einem der Szenetreffen in New York. Als die New Yorker Polizei gegen ihn ermittelt wird Ben schließlich verhaftet und auf dem elektrischen Stuhl wegen Mordes hingerichtet.

Bobby übernimmt darauf hin den den Nachtclub, der sich ohne die Skandale um seinen Bruder nun noch besser entwickelt.

Sarkastisch-ironische Dialoge, eleganter Jazzscore, Romantik und amouröse Verwicklungen in edlem Setdesign sind in diesem Film in vollen Farben zu sehen – auch mit der romantischen Tragikomödie „Café Society“ ist Woody Allen wieder einmal ein traditionelles Epos gelungen.

Ironischerweise ist der Film aber für eine Deal mit dem Internetriesen Amazon inzwischen in den Medien bekannt. Das Unternehmen kaufte nicht nur Cafe Society für 15 Millionen Dollar sondern auch Allens erste Streaming-TV-Komödie.

 

Bridget Jones’ Baby

 

Bridget Jones ist endlich wieder da. 12 Jahre nach dem letzten Film Bridget Jones – Am Rande des Wahnsinns ist die beliebte chaotische Filmheldin endlich wieder auf der Leinwand zu sehen und begeistert die Fans und Kritiker. Die Premiere war am 5. September 2016 und am 20. Oktober desselben Jahres lief der Film in den deutschen Kinos.

Im Film feiert die sympathisch Protagonistin ihren 43. Geburtstag und wird von ihrer Mutter mit dem schönen Satz geweckt, dass ihre biologische Uhr tickt. Doch Bridget geht es gar nicht mal schlecht. Nach ihrer Trennung von Mark Darcy blüht sie karrieretechnisch geradezu auf und genießt ihr Singleleben.

Bei der Beerdigung ihrer ehemaligen Affäre Daniel Cleavers trifft Bridget auf Mark und seine Frau was in einer peinlichen Unterhaltung endet. Kurz darauf besucht sie ein Festival, wo sie den Millionär Jack kennen lernt. Sie verknallt sich und hat einen One Night Stand mit ihm. Sie glaubt, dass er kein Interesse an ihr hat und verlässt das gemeinsame Zelt und das Festival.

Kurz darauf trifft Bridget dann schon wieder Mark, denn ihr gemeinsames Patenkind wird getauft. Er berichtet ihr von seinen Scheidungsplänen woraufhin sie miteinander schlafen. Der geneigte Zuschauer wird an dieser Stelle schon erkennen worauf das anlässlich des Titels nun hinauslaufen wird.Auch Mark wird von Bridget verlassen, denn er hat seiner Arbeit schon immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt als ihr.

Es kommt wie es kommen musste und Bridget stellt kurz darauf ihre Schwangerschaft fest. Nun ist die Frage: Wer ist der Vater, Jack oder Mark? Sie will das Baby auf jeden Fall behalten, da es aufgrund ihres Alters die letzte Schwangerschaft sein könnte.

Wer Bridget Jones mag wird auch diesen Film wieder lieben. Die Kultblondine überzeugt wieder mit ihrem bekannten Charme. Ob sie ihren Mister Darcy am Ende bekommt? Da hilft nur den Film zu sehen.

Before I Wake

 

Before I Wake

“Before I Wake” zählt zu den Fantasyfilmen oder Horrorfilmen und erschien in Deutschland am 10. November 2016. In der hervorragenden Besetzung spielt neben Thomas Jane keine geringe als Kate Bosworth. Die Geschichte zum Film ist schnell erzählt. Das Ehepaar Mark und Jessie ist kinderlos, und wünscht sich nicht mehr als ein eigenes Kind. Das absolute Glück scheint vollkommen, als beide die Möglichkeit bekommen, den acht jährigen Waisen Jungen Cody in ihrem gemeinsamen Heim aufzunehmen. Doch perfekt ist längst nicht alles, denn sehr schnell stellen die frisch gebackenen Adoptiveltern fest, dass Cody panische Angst davor hat, einzuschlafen. Natürlich vermuten beide zunächst eine traumatische Erfahrung aus der Vergangenheit des Jungen. Allerdings stellen sie sehr bald eine bei weitem schrecklichere Wahrheit fest.

Während Cody schläft, manifestieren sich nämlich seine eigenen Träume in der Realität. Alles, was der kleine Cody dann Nachts träumt, nimmt reelle Gestalt an. Und gerade durch die turbulente Kinderfantasie bringen sich die Pflegeeltern sehr schnell an die Grenzen des Vorstellbaren. Das ist zunächst wirklich beeindruckend, besonders wenn der Junge etwas schönes träumt. Es wird allerdings zu einem absoluten Horror für alle, wenn das geheimnisvolle Kind an Albträumen leidet. Und bei bunten Schmetterlingen sollen die Träume von Cody nicht lange bleiben, denn schon bald wird die Familie von wirklich düsteren Gestalten heimgesucht. Um nicht nur sich selbst, sondern auch das Kind zu beschützen, wollen Mark und die Jessie die Wahrheit hinter dem Phänomen erforschen. Dabei stossen sie nicht nur auf Gefahr, sondern viel tiefere Abgründe als bisher vermutet.
Bevor der Streifen unter dem Titel “Before I Wake” den endgültigen Durchbruch unter Starbesetzung feierte, war er bereits unter dem Namen “Somnia” abgedreht. Hätte man diesen Namen beibehalten, könnte der Erfolgsregisseur Mike Flanagan seine Trilogie der bekannten Horror Werke perfekt machen. Er feierte bereits zuvor mit seinen Streifen “Absentia” und “Oculus” große Erfolge.

 

Bauer Unser

Bauer Unser

“Bauer Unser” ist ein im November 2016 erschienener Dokumentarfilm. Bäuerinnen und Bauern produzieren Lebensmittel, die der Handel dann aufkauft. Der Film steht unter der Regie von Robert Schabus und soll ein “ungeschöntes” Landleben auf dem Bauernhof zeigen. Der Film spielt in Österreich. Der Film soll unparteiisch sein. 40 Prozent der in der Landwirtschaft produzierten Kalorien werden derzeit einfach verschwendet. Oder aber, sie gehen leider auf dem Weg vom Produzenten zum Endkonsumenten, der im Supermarkt einkaufen geht, verloren. Bauern kennen noch die Entfremdung vom Kunden, wobei sie dieser mit aller Schärfe und Härte entgegenhalten. Heimische Lebensmittel sind kostbar und gefragt, und man sollte diese auch bewusst genießen und innehalten.

Denn vom Fließband produzierte Massenware ist der Bauern Sache nicht. Das weiß auch jeder, der schon einmal beim Bauern des Vertrauens direkt eingekauft. Als Konsument(in) sollte man dem Film nach das Bekenntnis “Bauer Unser”, abgewandelt vom kirchlichen “Vater Unser”, bedenken. So die Idee von Schabus, der das Ganze natürlich auch ein wenig kritisch sieht und hinterfragt. Mit ländlicher Bauernidylle und den Kühen auf der freien grünen Weide, den glücklichen Hühnern und den fair produzierten Eiern hat der Film eher wenig gemein, aber wenn man ihn sich ansieht, soll man zum Nachdenken angeregt werden, wie weit der “Konsumterror” schon fortgeschritten ist. Die Bauern kämpfen derweil ums Überleben und meinen auch, dass, was Zuviel ist, einfach Zuviel ist. “Billig, schnell und viel” das ist nur etwas für die großen Konzerne, die nicht viel Zeit haben, etwas zu produzieren. Es muss ganz rasch vonstatten gehen.

Vom Film werden österreichweit Vorführungen angeboten. Auch Schulvorstellungen mit anschließendem Gespräch werden angeboten. Auch bei größeren Gruppen kann im Kino vor Ort eine Vorführung angeboten werden, dazu muss man allerdings Rücksprache halten. Die Webseite des Films lautet: filmladen.at/Bauer.unser, wo man alle wichtigen Informationen rund um eine Kinovorführung bekommen kann. BAUER UNSER wird in deutscher Sprache gezeigt und ist in vielen Kinos österreichweit zu sehen. Empfehlenswert als Film ab 12 Jahren, zum Diskutieren, ist BAUER UNSER auch mit dem Prädikat “Sehenswert” prämiert worden.

 

Arrival – Was wäre, wenn es doch Leben im All gäbe

Arrival – Was wäre, wenn es doch Leben im All gäbe

Nach erfolgreichen Filmen wie Prisoners und Sicario hat der kanadischen Regisseur Denis Villeneuve nun seinen nächsten Coup gelandet.

Äußerst erfolgreich läuft aktuell sein neuster Film Arrival in den Kinos. Zunächst hört sich die Handlung abgedroschen an. Alien Raumschiffe landen auf der Erde und man versucht mehr oder weniger erfolgreich mit ihnen zu kommunizieren. Doch bei genauerer Betrachtung ist der Film alles andere als das.

Nachdem überall auf dem Erdball verteilt 12 muschelähnliche Raumschiffe landen, versucht man mit der unbekannten Spezies in Kontakt zu treten. Forest Whitaker in der Rolle von Colonel Weber gründet dazu ein Spezialteam, dass versuchen soll mit den Tintenfischähnlichen Wesen in Kontakt zu treten. Die von Amy Adams (Man of Steel) und Jeremy Renner (The Avengers) exzellent gespielten Dr. Louise Banks und Ian Donelly, ihres Zeichens Sprachwissenschaftlerin und Physiker, versuchen mit den unbekannten Besuchern zu kommunizieren und den Grund für deren Besuch in Erfahrung zu bringen. Während sie so langsam und mühsam einen Weg zur Kommunikation bahnen und bereits erste Erfolge feiern, ist man in China und Russland nicht ganz so geduldig. Dort schlägt man einen eher rüden Weg ein, wodurch die Situation schnell aus dem Ruder zu laufen droht. Schließlich sieht man sich einer riesigen Herausforderung gegenüber, denn es gilt nicht weniger als das Überleben der Menschheit zu sichern.

Hier überzeugt die schauspielerische Leistung der Hauptakteure auf ganzer Linie. Während Amy Williams glaubhaft die Sprachforscherin mimt und mit ihrem Drang zur Entdeckung und mit ihrer Euphorie ansteckt, bildet sich um sie das Grundgerüst des Films. Der nüchterne Forscher Jeremy Renner vertraut nur auf Tatsachen und ergänzt seine Partnerin optimal. Auch die emotionale Ebene zwischen beiden ist optimal getroffen. Ob hier eine Oskar-Nominierung winkt? Dazu kommt Colonel Weber, der als einziger kein hirnverbrannter Waffennarr zu sein scheint, der nur um sich schießen kann, sondern ernsthaft an einer Lösung interessiert ist – Daumen hoch. Alles in allem hat man hier einen Film geschaffen, bei dem man nicht stupide auf die Leinwand starrt. Endlich mal ein Film, der zum Nachdenken anregt und bei dem man auch beim Zweiten oder Dritten Schauen immer mehr vermeintliche Logiklücken mit einem tiefgreifenderen Zusammenhang füllen kann.
Ein grandioses Science-Fiction-Drama das ganz großes Kino bietet.

 

Amerikanisches Idyll

In dem im Jahre 2016 veröffentlichten Film “Amerikanisches Idyll” wird der Roman von Philip Roth verfilmt. Der Film thematisiert eine Geschichte einer US- amerikanischen Familie, die durch die terroristischen Aktivitäten der Tochter ganzheitlich ruiniert wird.
Der Film sowie der Roman spielen in den 60er Jahren in Amerika. Der Protagonist namens Seymour „Swede“ Levov führt zu der damaligen Zeit ein perfektes Leben. Der Mann, der jüdische Wurzeln besitzt, war zu seinen Schulzeiten ein beliebter und erfolgreicher High School Athlet.Nach seinem Schubschluss heiratete er die Schönheits-Königin Dawn und übernahm erfolgreich das Unternehmen seines Vaters. Als der Vietnamkrieg, in den Amerika intervenierte, ausbrach, verändert sich das Leben von “Swede” schlagartig zum negativen. Diese liegt daran, dass sich seine Tochter namens Merry mit politisch motivierten Aktivisten unter der Führung von Rita Cohen einlässt, die vehement gegen die Intervention Amerikas in den Vietnam Krieg kämpfen und dementsprechend unterschiedlichste Vorkehrungen dafür treffen. Die Folge daraus sind, ein Bombenattentat, ein Toter und ein Trauma, das Swede nie wieder loslassen wird. Die Tochter hatte sich also politisch sowie terroristisch radikalisiert.

Die Handlung dieses Filmes zeigt prägnant, dass in diesem eine aktuelle Thematik behandelt wird. Schon das damalige Buch von Philip Roth war ein Bestseller und auch der Film soll dieses nun werden.

Als positiv ist dem Film anzumerken, dass die Thematik der heutigen Zeit entspricht und die Radikalisierung eines Familienmitglieds anhand einer detailgetreuen geschichte verdeutlicht wird. Die Eltern, die von McGregor und Jennifer Conelly zeigen eine tolle Schauspielerleistung und prägen den Film erheblich. Sowohl die Mutter, als auch der Vater versuchen die Wahrheit so lange wie möglich zu verdrängen und werden letzendlich doch von der Realität eingeholt. Der Zerfall einer beliebten und erfolgreichen Familie wird dabei schauspielerisch exzellent umgesetzt.

Negativ ist bei dem Film zu nennen, dass kaum Familienszenen mit der Tochter gezeigt werden, wodurch die Dymanik innerhalb der Familie vor der Radikalisierung der Tochter ungewiss ist.

Alles was kommt

Alles was kommt

Nathalie ist glücklich und absolviert ihr Leben mit Bravour. Alles scheint in schönster Ordnung zu sein und sie glaubt, nichts könne sie aus ihrer Laufbahn werfen. Als Lehrerin an dem Pariser Lycée unterrichtet Nathalie Philosophie und ist schon lange mit ihrem Mann selig verheiratet. Dazu kommt, dass sie neben ihrem Beruf noch Schulbücher bzw. philosophische Ergüsse in einem Verlag veröffentlicht und damit ziemlich erfolgreich ist. Die Lehrerin hat mit ihrem Mann zusammen zwei Kinder, die bereits fast erwachsen sind. Sie lebt ein gutbürgerliches und erfülltes Leben. Ab und zu macht die exzentrische Mutter ihr das Leben schwer und stellt ihre Geduld auf die Probe.

Am Tag sowie in der Nacht buhlt sie um die Gunst ihrer Tochter. Eines Tages offenbart ihr ihr Mann Heinz, dass er eine andere Frau liebt und sie verlassen will. Dann erfährt sie auch noch, dass ihre Bücher nicht mehr veröffentlicht werden sollen, weil diese angeblich zu altbacken und unmodern sind. Als der Tag kommt, an dem ihre Mutter in ein Altersheim ziehen muss, kommt die in Paris lebende Philosophielehrerin Nathalie mit ihrer plötzlichen Freiheit nicht mehr klar. Sie fühlt sich mit zu vielen Problemen konfrontiert und auch das überraschende “Aus” ihrer langjährigen Ehe bereitet ihr ziemliches Kopfzerbrechen.

Nathalie muss ihr Leben gänzlich neu überdenken und sortieren, denn bisher hatte sie größere Gedanken immer nur gelehrt. Jetzt sucht sie nach neuen Wegen, um ihren Alltag wieder in Einklang zu bringen. Von Fabian, ihrem ehemaligen Schüler, erfährt sie, was es heißt, eine gelebte Freiheit mit Philosophie zu vereinigen. Mit erhobenem Haupt versucht Nathalie, allen schwierigen Widerständen zu trotzen und offen für das Neue zu bleiben, egal, was auch noch kommen mag. “Alles was kommt” ist eine sehr bewegende Studie, die das Thema Älterwerden und Einsamkeit beschreibt. Sie wurde hauptsächlich für die weibliche Zuschauerschaft ab 50 Jahren gemacht!