Roy Anderson

Roy Andersson wurde am 31. März 1943 in Göteborg geboren. Er studierte Regie am Schwedischen Filminstitut und schloss sein Studium 1969 ab. Bereits sein erster Film A SWEDISH LOVE STORY wurde im Wettbewerb der Berlinale 1970 gezeigt, gewann dort vier Preise und war ein großer kommerzieller Erfolg.

Die eher düsteren Töne seines zweiten Films unterscheiden diesen von dem vorherigen. GILIAP wurde 1976 in der „Quinzaine des Réalisateurs“ in Cannes gezeigt und kam in über fünfzehn Ländern in die Kinos, war kommerziell aber ein Flop und bedeutete für Roy Andersson beinahe den finanziellen Ruin.

Im selben Jahr begann Roy Andersson Werbefilme zu machen, die atypisch und von besonderer Klasse waren. Er entwickelte einen sehr persönlichen Stil: starre Kamera, weite Winkel und in einer Einstellung gedrehte Szenen, die sich mit den Archetypen unserer Gesellschaft befassen und Elemente der Burleske verwenden. Für diese Filme erhielt er die höchsten Auszeichnungen, am bedeutendsten acht Goldene Löwen in Cannes. Später führte er bei zwei Kurzfilmen, SOMETHING HAPPENED (1987) und WORLD OF GLORY (1991) Regie, durch die er seinen Stil verfeinerte. Diese Filme traten die Reise auf alle internationalen Festivals an und erhielten zahlreiche Preis. Die Dreharbeiten zu seinem dritten Film SONGS FROM THE SECOND FLOOR begannen im März 1996 und erstreckten sich über vier Jahre. Roy Andersson schuf hier eine Welt, die in 47 Szenen das Burleske und das Absurde mit dem Tragischen mischt. Alle Szenen wurden jeweils in einer einzigen Einstellung gedreht. Über diesen Film schrieb der US-amerikanische Filmkritiker Roger Ebert: „SONGS FROM THE SECOND FLOOR ist schlichtweg geheimnisvoll. Er kommt von einem anderen Planeten, der zufälligerweise auf dem unsrigen lokalisiert ist (...) Wenn Bunuel, Tati, Beckett, Buster Keaton und Werner Herzog gemeinsam an einem Film gearbeitet hätten, dann wäre er nicht wie dieser, sondern würde so sein wollen.“ Der Film feierte seine Premiere 2000 in Cannes und gewann dort den Spezialpreis der Jury.

Sieben Jahre später hat Roy Andersson nun seinen neuen Film fertiggestellt.


Produktion | Studio 24

Als Roy Anderssons Produktionsräume 1981 im Zentrum von Stockholm eingerichtet wurden, gründete sich Studio 24, 200 Meter vom Königlichen Theater entfernt.

Ursprünglich beheimatete das Gebäude ein Telegraphenamt mit sechs Meter hohen Wänden und konnte daher leicht in ein Produktionsstudio umgewandelt werden. Mit seiner bourgeoisen Außenfront beherbergt das Haus nun nach vielen Veränderungen über die Jahre hinweg Arbeitsräume, die jedes Jahr wachsen und sich bis zu den oberen Stockwerken und den benachbarten Gebäuden erstrecken. Jetzt besitzt es zwei Bühnenräume, zwei Schneideräume, ein Tonschnitt- und ein Tonmischstudio und einen Bestand von Tausenden von Kostümen und Requisiten. Roy Andersson hat zweifellos einen Arbeitsraum geschaffen, der einzigartig auf der Welt ist und der es ihm erlaubt, sein Filmemachen von Anfang bis Ende in seinen eigenen Studios zu überwachen.