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Internationales Filmfestival in Stockholm

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Seit 1990 wird das Internationale Filmfestival in Stockholm, Schweden abgehalten. Es wird jedes Jahr im Herbst hauptsächlich im Astoria Theater und anderen Plätzen ausgetragen. Mehrere Tage lang tummeln sich viele Stars und Filmschaffende der nationalen und internationalen Filmszene in Schwedens Hauptstadt, um ihre Filmwerke zu präsentieren und um sich international unter Beweis zu stellen. Mehrere Preise mit unterschiedlichen Kategorien werden verliehen. Die höchste Auszeichnung, das Bronzene Pferd gebührt dem besten Film. Das Aluminium Pferd ist ebenso sehr angesehen. Nachwuchsregisseure, bester Schauspieler bzw. Schauspielerin, beste Filmmusik, Drehbuch und Kurzfilm finden sich darunter.
Der Stockholm Lifetime Achievment Award wird jedes Jahr an eine Person für sein Lebenswerk vergeben. Es gibt noch eine lange Liste weiterer Auszeichnungen.

Von der Idee zum Festival der Superlative

Die Geschichte des Internationalen Filmfestival in Stockholm ist noch jung und doch hat sich in den mehr als 25 Jahren seit Entstehung einiges getan. Die Anzahl der Gäste der Filmwelt wurde Jahr für Jahr größer. Mit den Jahren wurde das Festival immer beliebter, was dafür sorgte, dass es immer mehr Publikum zum Fest anlockte. Aus 45 Filmen im ersten Jahr, die vorgestellt wurden, sind es mittlerweile mehrere 100.

Die Idee

Stockholm hat es verdient ein eigenes Filmfestival zu haben. Ein Festival auf internationalem Niveau. Das waren die Gedanken von Ignas Scheynius, Kim Klein und Git Scheynius, drei Filmbegeisterte. Das war im Jahr 1990 und noch im selben Jahr bekamen sie die Zustimmung für dieses Event. Es erhielt auch gleich die Zulassung vom FIAPF. Sie ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für die Rechte in der Filmbranche einsetzt. Ein Festival, das bei der FIAPF Anerkennung erlangt hat, kann sich glücklich schätzen.

Ein gelungener Start

Aus der Idee wurde Realität.

Das erste Jahr ging über die Bühne. Zusammen mit 200 Freiwilligen machten sich mehrere Personen der internationalen Filmszene an die Arbeit für den Aufbau des Festivals im Astoria Theater. Es war das erste skandinavische Filmfestival, dass vom FIAPF die Zustimmung bekam. Zudem hat es die Rechte einer internationalen Jury durch FIPRESCI erhalten. Vier Tage lang wurden 45 Filme gezeigt. Als Eröffnung spielte „Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula“, eine Film von Regisseur David Lynch. „Natural history of parking lots“ bekam als Erster in der Geschichte des Festivals das Bronzene Pferd für den besten Film. Eine Unterstützung für junge Filmmacher wurde ins Leben gerufen, um diese bei Kurzfilmproduktionen zu fördern.

Und der Erfolg schreitet voran

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Stadtansicht Stockholm

Im ersten Jahr hat sich das Festival so gut etabliert, sodass 1991 7.000 Filmfans dem Fest frönten. Jahr für Jahr kam eine andere berühmte Persönlichkeit in den Genuss als Ehrengast eingeladen zu werden, Stars wie Dennis Hopper, Viveca Lindfors, Quentin Tarantino, Rod Steiger, Elia Kazan, Gena Rowlands, Roman Polanski und Jean Paul Gaultier befanden sich darunter.
Dem Festival wird jedes Jahr ein anderes Thema zugewiesen, so war es 1992 „Die Zukunft“ und 1993 „Für alle Sinne“.
Im dritten Jahr wurde die Kategorie Kurzfilm mit ins Programm genommen. Es wurde damit angefangen, dass Seminare abgehalten wurden, z.B. über den digitalen Videodreh. 1995 brach eine Debatte über Filmzensur aus. Der Film Desperado stand dabei im Raum. Das internationale Filmfestival war im selben Jahr das erste europäische Filmfestival, dass im Internet gezeigt wurde.
Eine neue Sparte, der asiatische Film hat sich 1998 aufgetan und die Besucheranzahl in diesem Jahr explodierte auf 70.000.
Der schwedische Film soll in der Filmwelt in den Vordergrund rücken. Das internationale
Filmfestival Stockholm soll dabei helfen.
2000 wurde für Kinder und Jugendliche ein ähnliche Veranstaltung geschaffen. Filme von jungen Menschen von 6 bis 16 Jahren werden gezeigt. Diese findet im Frühling statt. 2001 war ein Jahr vieler Höhepunkte. Musicals und Bollywood waren Schwerpunkte. Im darauffolgendem Jahr 2002 gab es einen Massenansturm an Besuchern, darum musste auf andere Räumlichkeiten ausgewichen werden. Das 15. Festival stand unter dem Stern „Gleichheit“. Viele Filme von weiblichen Regisseuren wurden präsentiert. Zum ersten Mal ging das Bronzene Pferd an eine Regisseurin, Lucile Hadzihalilovic für den Film „Innocence“. 2005 wurde das Festival zum Beliebtesten Nordeuropas und die Besucheranzahl betrug 87.000 sowie mehr als 100 Schauspieler, Regisseure und Produzenten kamen. Ein neuer Preis, der „Visionary Award“ wurde eingeführt. 2006 folgte ein Boom: noch mehr Besucher, die Leinwände wurden ins freie verfrachtet und 400 Filme wurden gezeigt. Mittlerweile sind es schon 11 Festivaltage. Eine neue Sparte wurde eingeführt, Filme, die über Handys gemacht wurden.

Die Etablierung eines Festivals

Seit 2007 überschritt die Besucheranzahl die 100.000er Marke. Das Fest erfreute sich in den letzten 25 Jahren immer größerer Beliebtheit. Tatsächlich übertrifft das Festival die Besucherzahlen des Film Festivals in Göteborg und das Nordisk Film Festival, damit handelt es sich bei dem Festival um das größte seiner Art in Skandinavien. Viele Stars lieben dieses Event. Der 1992 und 1994 mit dem Bronzenen Pferd ausgezeichnete Quentin Tarantino meinte, es ist eines seiner liebsten Filmfestivals. Steve Buscemi, der 1996 am Fest debütierte, war davon sehr begeistert.
Die Besonderheiten sind vor allem, die Auswahl der Filme, der Fokus auf Jungregisseure und ihre Erstlingswerke und die Riege der Ausnahmekünstler. Weiterer Aspekte sind der Fokus auf Filme, die kinematografische Entwicklungen aufgreifen und die Interaktion zwischen Regisseuren und Zusehern. Es trägt dabei den Beinamen „Fest der Regisseure“.