Film

Regisseur: Pedro Almodóvar

Maestro: Pedro Almodóvar
Bekannt für: bunte, abgedrehte Filme über Liebe und Besessenheit
Einflüsse: Billy Wilder, Hitchcock, Sirk, Fassbinder, Fellini
Meisterwerke: All About My Mother und Talk to Her
Desaster: Ehrlichgesagt bin ich mir nicht sicher, ob er überhaupt in der Lage für ein Desaster ist. Manche seiner Filme sind ein bisschen lasch, dennoch sind sie alle so wunderbar Almodóvar.
Besser als man denkt: Bisher sind alle Filme recht gut angekommen
Kassenschlager: Volver mit über 12 mil
Damals, in der goldenen Zeit des Kinos, gab es ausländische Regisseure, die von den Kinofreunden en masse bevormundet wurden. Es gab Bergman und Fellini und Kurosawa, welche eher in Richtung Mainstream gingen und so Ansehen gewannen, das bis heute bleibt. Pedro Almodóvar ist wohl der, der heute noch am nächsten daran kommt. Er hat vielleicht nicht ganz so viel Bekanntheit wie die anderen damals (was auch schwer ist, in der heutigen Filmwelt), aber er ist einer der wenigen ausländischen Produzenten, der sich einen Namen gemacht hat. Seine Filme sind in der Staaten einigermaßen bekannt und er sie erhalten gelegentlich einen Preis. Das haben wir einer aufregenden, neuen und unübertroffenen Art der Filmproduktion zu verdanken, die Almodóvar entwickelt hat.

Trailer: All About My Mother

Leidenschaft. Liebe. Besessenheit. Das sind die Elemente Almodóvars Fantasie. Zeitlos, dennoch modern. Nicht zuletzt haben Leidenschaft, Liebe und Besessenheit die Menschheit schon immer angetrieben. Das ist auch immer noch so. Das erklärt auch, warum wir uns so leicht mit seinen Werken identifizieren können, obwohl seine Charaktere nicht immer ganz so sympathisch sind. Zum Beispiel Benigno, aus „Talk to Her“. Ein Mann dessen Liebe entgegen seiner Koma-Patientin ziemlich abscheulich endet. Warum sind wir nicht entsetzt? Weil in er in der Welt von Almodóvar ein Opfer seiner eigenen Leidenschaft ist. Anders ist es mit Paco (der Vater aus „Volver“), der verabscheut wird, da er ein Opfer seiner Lust ist. Almodóvar weiß das, und auch wie man das ausnutzt. Und wie er es ausnutzt, hebt ihn von der Masse ab. Die meisten Regisseure, die sich mit Leidenschaft und Besessenheit auseinandersetzen begeben sich oft in die dunkleren Tiefen des menschlichen Verhaltens. Almodóvar andererseits feiert diese Dinge. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, er stellt die Opfer ihrer Besessenheit nicht in ein gutes Licht, aber seine Filme zeigen die Dinge auf eine Weise die uns lebendig, belebt und einfach menschlich fühlen lässt. Man sieht die Lebenslust in Almodóvars Arbeit. Nicht sentimentalisierend. Ehrlich. Es ist eine Feier der ganzen Menschlichkeit. Mit allen ihren Seiten.

Um es weiter dramatisch zu halten, Almodóvar erforscht wie diese Leidenschaften unsere Identität formen, und umgekehrt. Nicht zuletzt, ist alles von dem wir besessen sind, was wir lieben und worüber wir heulen könnten, das Ergebnis von dem womit wir uns identifizieren. Ob das der/die mutter- oder kinderlose/r Mann/Frau, homo-, oder heterosexuell ist. Almodóvars Charaktere werden oft ihrer Identität gegenübergestellt und müssen begreifen, dass sie nicht sind, wer sie dachten zu sein. Und all ihre Leidenschaften, die sie so unterbewusste entwickelt haben, sind alle auf eine falsche Persönlichkeit gestützt. Solche Momente sind der Kern Almodóvars Filme und machen ein gutes Melodrama, was aber kein bisschen künstlich wirkt. Ein weiterer echter Widerspruch eines genialen Filmemachers.
Pedro Almodóvar arbeitet bereits hart an seinem nächsten Werk, ein Rachethriller, der sich vielleicht ein bisschen von seinen alten Werken absetzen könnte. Aber zweifellos wird er seine Zuschauer herausfordern und in leidenschaftlicher Menschlichkeit verwurzelt sein. Der Film wird ihn wieder mit Antonio Banderas zusammen bringen, mit dem er schon seit längerem nicht gearbeitet hat. Dennoch hat Banderas viel seiner Bekanntheit Almodóvar zu verdanken. Auf der „Internet Movie Database“ kann man schon über einen weiteren neuen Film des Regisseurs lesen (wobei, das noch nicht ganz sicher ist). Der Film handelt von dem Italienischen Sängerin Mina. Ein gutes Thema für ein gutes Melodrama. Die Erwartung von zwei Almodóvar Filmen in zwei Jahren scheint zu gut, um wahr zu sein. Wir (die, die Almodóvar lieben) hoffen weiter.