Regie

Regisseur: Roy Andersson

royandersson-2Maestro: Roy Andersson
Bekannt für: Vignette-volle Filme, die sich mit der tragischen Komödie des Lebens beschäftigen.
Einflüsse: Er behauptet hauptsächlich Van Gogh. Aber es ist auch ein bisschen Fellini, Gilliam und Bergman zu finden (den Andersson für überbewertet hält)
Meisterwerke: Songs From the Second Floor
Desaster: sein zweiter Film  Giliap war ein kommerzielles Desaster und geriet in die Kritik. Allerdings ist das 35 Jahre her. Nicht wirklich relevant für eine Reihe über das „Moderne“.
Besser als man denkt: Die, die besagten Film nicht mochten haben sich geirrt
Auszeichnungen: Ein paar hier und da. Berlin und Cannes. Aber nie Gold.
Kassenschlager: Sein neuster, Das jüngste Gewitter verkauft sich am besten mit über 21 Tausend in den USA (woran man sieht, dass er langsam Anerkennung gewinnt).
Lieblings Schauspieler: Andersson lässt Amateure auftreten. Und nicht doppelt.
Roy Anderssons erster Film, A Swedish Love Story kam 1970 raus. Das spricht nicht unbedingt für seine Modernität. Das Scheitern seines zweiten Filmes spricht nicht unbedingt für seine „maestro-haftigkeit“. Daher kam er erst 25 Jahre später, 2000, mit einem neuen Style wieder. Schockierend, bewegend und unerwartet. Ein Film, den man einfach nur als Meisterwerk bezeichnen kann. „Songs from the second Floor“ (und auch sein neuster Film „You, the Living“) besteht aus einigen, lose zusammengesetzten, statisch gefilmten Vignetten, mit Make-Up bedeckten Charakteren, die die Absurdität des 21. Jahrhunderts leben. Ein Kritiker nannte es „Igmar Bergman von Monty Python realisiert“. Ein anderer „Terry Gilliams Unterbewusstsein durch Kafkas Fleischwolf gepresst“. Und tatsächlich, es war schwer zu beschreiben. Und anstatt es selbst zu beschreiben, schauen Sie sich diesen Teil von „You, the Living“ an.

Und so läuft es, manchmal surreal, manchmal traurig, manchmal ergreifend. Anderssons Filme setzen die Tradition von düsteren Komödien und äußerst ehrlichem skandinavischem Kino fort. Vielleicht hat es 25 Jahre gedauert, bis er hier ankam, aber ich bin äußerst froh, dass er es geschafft hat. Viele haben sich über die Bedeutung des Film Gedanken gemacht und vorgeschlagen es könnte sich um Art Purgatorium handeln. Was keine Überraschung ist, wenn man die vielen Metaphern, religiösen Bilder, wie das Weltende per Verkehrsstau, oder die Parade der sich geißelnden Unternehmer, bedenkt. Aber Andersson besteht darauf, dass all das eine Reflektion des modernen Europas sei. Und das ist kein optimistisches Bild. Die wiederkehrenden Bestandteile Anderssons Filme sind Depression, Grausamkeit, sterbende Hoffnung und der Kampf zwischen Gesellschaft und dem Individuum. Das Ende seiner zwei neusten Filme lässt kaum Platz für Optimismus (aber für ein Lachen). Seit Fellini wurde die Welt nicht mehr als ein solcher makabrer Zirkus dargestellt (wobei Fellini eher sentimental darüber war).

Trailer: Songs from the Second Floor

Dieses Kunststück wird gleich schrecklich und urkomisch schief gehen.
Nein, tragischer Absurdismus ist nichts Neues. Aber die überwältigende Weite und die übertriebene Ehrlichkeit machen ihn zu einer einzigartigen Stimme des Welt-Kinos. Ich würde ich nicht einen „Regisseur des letzten Jahrzehnts“ nennen. Seine letzten Filme der 2000der wurden zu „Kult Status“ degradiert, dennoch, seine Bekanntheit wächst. IN den kommenden Jahren wird man seinen Namen wohl noch öfters hören. Seine Filme zeigen was möglich ist, wenn man sich nicht von dem wörtlichen begrenzen lässt und den Film jenseits der vorgefassten Grenzen schiebt. Er hat noch nicht viel über seinen nächsten Film bekannt gemacht, aber er hat erwähnt, sich an die Art der Filme, die ihn so einzigartig gemacht haben, beizubehalten.